AUS DEM TAGEBUCH NR. 1
Hi! Heute startet mein neues, monatliches Format und ich kann dir versprechen, dass es richtig gut wird. Wir machen zuerst eine Reise zurück in die Zeit des TVs, bevor wir dann sehen, warum es 2026 so wichtig ist, ein eigenes Format zu haben.
2012 habe ich als Junior-Redakteur der TV-Produktionsfirma First Entertainment ein Konzept an YouTube gepitcht, das „Onkel Berni TV“ hieß. Meine Präsentation hatte 70 Folien, war auf Englisch und hatte pro Folie genau einen Satz, in riesigen, pinken Großbuchstaben. Diese Präsentation dürfte ich vor meinem persönlichen YouTube-Idol halten, ohne zu wissen, dass er im Raum sein würde. Dazu später mehr!
Aus dem Pitch wurde ein YouTube Original Channel mit einem absurd großen Produktionsbudget und ich zog von München nach Berlin. Damals wie heute suchen Streamer, Social-Media-Plattformen, TV-Sender, Podcast Anbieter:innen und Marken nach Formaten. Nach Ideen, die über mehrere Folgen oder Staffeln tragen, ganz egal ob als Microdrama oder Longform Content. Von Creators höre ich: „Ich habe eine Idee zu einem Podcast, einem Format auf YouTube, einer Show auf Netflix. Aber wie kann ich die präsentieren & verkaufen?“ und von Marken, Sendern und Streamern höre ich: „Wir wollen mehr Produktionen mit Creatorn. Wie erkennen wir, ob eine Präsentation mehr ist, als ein paar Slides?“
Als Antwort auf diese Fragen habe ich die erste Fassung meiner Präsentation von damals neben meine Decks von heute und den letzten Jahren gelegt. Ich zeige dir den Aufbau, das, was richtig gut funktioniert und das, was aus heutiger Sicht gefehlt hat. Am Schluss habe ich außerdem eine eigene Vorlage für deinen eigenen Format-Pitch gebaut, damit du diese in Zukunft immer für deine Pitches und Präsentationen benutzen kannst. Die Vorlage ist exklusiv nur für meine Paid-Abonnent:innen. Womit ich diesen Text geschrieben habe, steht übrigens in meinem Sonderpost: Wie ich hier schreibe und wer Hank eigentlich ist. Genug geplaudert, lass uns starten.
Zwölf Kanäle, einer davon unserer
Am 23.11.2012 ist YouTube in Deutschland mit zwölf Original Channels gestartet (googlewatchblog, mobiflip). Einer davon war „Onkel Bernis Welt“ von First Entertainment.
Die Show hieß „Onkel Bernis Butze“: Jonas Mann und Theo Rio, ein Wohnzimmer in Berlin-Friedrichshain, Gäste, Bands und Einspieler. Knapp ein Jahr nach dem Start hatte der Kanal 58.000 Abonnent:innen, der Smalltown-Boy-Clip mit Jimmy Somerville hatte fast eine Million Klicks (taz, 05.11.2013). Der Kanal heißt heute „Bonkers“, die Sendungen sind noch online.
Die Show endete aus verschiedenen Gründen, einer davon, dass wir 10 Jahre zu früh damit waren. Aber es war ein Jahr, in dem ich so viel über die Creator Economy gelernt habe, das ich es bis heute nicht missen möchte.
Warum die 12 Jahre alte Präsentation jetzt relevant ist
Ich lese jeden Tag die News aus unserer Branche, sowohl über die neuen Features der Social Media Plattformen und Streamer, aber auch über die Möglichkeiten mit Inhalten Geld zu verdienen. Das ist ein Muss als Talent-Manager. In der Wochenschau Nr. 4 ging es um zwei Meldungen, die gut neben dieses Deck passen. Instagram testet horizontale Videos mit bis zu 90 Minuten und will, dass Creator ganze Shows dafür produzieren, beteiligt sie aber nicht an den Werbeeinnahmen. Und Tubi und TikTok lassen 12 Creators 10 Serien entwickeln, die exklusiv auf Tubi laufen. Von den Eigenproduktionen dt. Streaming-Anbieter (Joyn, Amazon, Podcasts) mit Creator-Besetzung ganz zu schweigen
Die Plattformen wollen also wieder Shows! Sie wollen sie mehr als je zuvor, denn erwartbarer Umsatz durch Werbeeinnahmen kommt nur, wenn die Qualität der Inhalte anzieht. Social Media ist zum linearen TV geworden.
Der Unterschied zu 2012: Damals hat der Junior-Redakteur einer Produktionsfirma gepitcht und die Plattform hat bezahlt. Heute bringen Creator ihr eigenes Publikum gleich mit, und Reichweite ist DIE Währung, die eine Idee überhaupt auf den Tisch bringt. Plus: heute sind die TKPs stellenweise so gut, dass Produktionen sich darüber refinanzieren.
Meine Präsentation in 5 Folien
So sah das 2012 aus: (ein paar Bilder musste ich entfernen, Safety first!)
Meine Idee war simpel. Nur ein Satz pro Folie, und der Rest kam von mir auf der Tonspur im Meeting. Das war ein Vortragsdeck. Warum das heute fast nie mehr reicht, dazu gleich mehr.
Die Vorlage: Steckbrief, Deck und Mail
Im bezahlten Teil, also für meine Paid Subscribers steckt meine Format-Pitch-Vorlage für Kanal-, Video-, Podcast-, Show- und Microdrama-Ideen: ein Steckbrief mit 15 Feldern, ein Deck in 15 Folien und einer Begleitmail unter 150 Wörtern. Gebaut habe ich sie aus dem Onkel-Berni-Deck und elf eigenen Präsentationen und Begleitmails von 2017 bis 2026, an Marken, Sender und Streamer. Mit jeder dieser Präsentationen habe ich ein Projekt gewonnen.
Dieser Teil ist für zahlende Abonnent:innen, weil darin das ganze Deck Folie für Folie steckt, die Absagegründe aus meinen eigenen Pitches und die Vorlage zum Download.









